Zu Plan, Organisation und Hilfsmitteln

Ich sage Ihnen jetzt noch einige wichtige Dinge zu Ablauf und Organisation der Vorlesung. Erstens, zu dieser Vorlesung gibt es eine zweite Lehrveranstaltung, die ich Sie einlade auch zu besuchen.

Das ist das kunstgeschichtliche Proseminar von Wolfram Pichler mit dem Titel Malerei/Körper/Ereignis: Zum Bildbegriff bei Bacon, Artaud, De Kooning. Das findet Mittwoch 16.00 -17.30 (pünktlich) im Seminarraum 2 des Instituts für Kunstgeschichte statt. Es ist, wie gesagt, ein Proseminar und hat andere Zielsetzungen als meine Vorlesung. Da geht es vor allem darum, in der intensiven Auseinandersetzung mit wenigen einzelnen Werken Möglichkeiten und Vielfalt theoretischer Ansprüche in der Kunstgeschichte kennenzulernen und auszuprobieren. Auf welche Weise bringt man ästhetische und philosophische Theorien in die Interpretation dieser speziellen Kunstwerke ein? Aber Wolfram Pichler und ich haben diese Lehrveranstaltungen gemeinsam konzipiert und wir hoffen sehr auf eine Resonanz, die da entstehen könnte. Ich weiß nicht, ob Studentinnen der Philosophie, die das kunstgeschichtlichex Proseminar besuchen, dafür ein Zeugnis kriegen können, das im Philosophiestudium anrechenbar ist; aber selbst wenn das wirklich nicht geht, empfehle ich Ihnen sehr sich die Veranstaltung anzuschauen, dann halt mit einer Einstellung so ähnlich wie einem Tutorium gegenüber.

Als nächstes weise ich Sie auf die eine oder andere zusätzliche Quelle hin. Ich bin ja zusammen mit mehreren Freunden an der Gestaltung einer Sendereihe im Radio beteiligt, Radio Orange, FM 94.0, die Philosophischen Brocken. Und da habe ich unter anderem zwei jeweils einstündige Gespräche mit Wolfram Pichler geführt, die beide auf das Thema der Abbildlichkeit in der Kunst konzentriert sind; das eine hat speziell mit seiner Arbeit über Caravaggio zu tun, das andere ist etwas allgemeiner. Sie können diese Gespräche sich via WWW zu Gemüte führen, entweder als mp3-download oder direkt als audiostream.

Sie finden die Radio-Gespräche unter der folgenden Adresse: "http://audiothek.philo.at", und zwar unter der Rubrik downloads - werkstattgespraeche.

Das andere ist vielleicht noch wichtiger. Für mich selbst hat diese Vorlesung einen historischen Hintergrund, an dem Sie auch teilhaben können. Ich habe vor ein paar Jahren ein Seminar gemacht, in dem das Bacon-Buch von Deleuze Thema war. Allerdings hatten wir damals eine spezielle praktische Aufgabenstellung in diesem Seminar, das den Titel trug: Berechnete Kunst. Nämlich ich hatte ein halbes Jahr davor einmal einen Vortrag gehalten zu der Sache, der hieß KörperKunst NaturSprache: Gilles Deleuze über Francis Bacon. Und eine Aufgabenstellung in dem Seminar war, aus diesem Vortragstext zusammen mit den Bildern und mit zusätzlicher Information eine Präsentation im web zu machen. Also da ging es um philosophische und ästhetische, aber auch praktische und technische Fragen. Es ist auch wirklich was draus geworden.

Sie finden die digitalisierte Version meines Vortrags KörperKunst NaturSprache: Gilles Deleuze über Francis Bacon im www unter der Adresse "http://heihobel.phl.univie.ac.at/pro/dbac/h0pxt.htm". Diese Sache nun können Sie als eine erste Grundinfo zu der jetzigen Vorlesung nutzen, und ich werde auch in der nächsten Stunde von Teilen dieses Textes ausgehen, dh mehr oder weniger mittelbar von einigen der Thesen von Deleuze.

Einen richtiggehenden Plan will ich Ihnen jetzt nicht offerieren. Wenn wir uns, locker am Leitfaden der deleuzianischen Interpretation, ein wenig orientiert haben, werden wir eben in relativ komplexen, umfassenden Schwerpunkten unsere Themen angehen:

Ich werde Sie zu allem, was wir besprechen, mit Literatur versorgen. Im KOVO finden Sie ja schon ein paar ganz grundlegende Sachen, in der erwähnten web-Präsentation finden Sie noch ein bißchen mehr. Heute stelle ich das noch einmal in der Liste zusammen, die ich jetzt verteile, damit Sie es möglichst leicht haben, möglichst rasch irgendwas anzusehen, was Sie interessiert. Und ich werde Ihnen dann ab der nächsten oder übernächsten Stunde immer spezielle Literaturlisten mitbringen. In diesen späteren Listen werden sich dann die heutigen Bücher nochmal wiederfinden, zusammen mit den anderen die zum jeweiligen Thema gehören.